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KONFETTI Charity Walk

„Wir haben Laufend KONFETTI IM KOPF, dafür gehen wir auch mal 100km an einem Tag“

Interview mit Jörg Wolter

Unser Vorstand Michael Hagedorn und Jörg Wolter haben diesen Dienstag Großes vor. Es ist der längste Tag des Jahres und den wollen die beiden so richtig ausnutzen.  An einem Tag von Hamburg nach Kiel und das zu Fuß. Ihr findet das klingt verrückt?

Therese:  An einem Tag von Hamburg nach Kiel. Sicherlich bin ich nicht die Einzige, die sich die Frage stellt- warum? Wer kam auf diese verrückte Idee?

Jörg: Oh, jetzt wird es philosophisch. Michael und ich sind Männer in der Lebensmitte, Männer in einer neuen Orientierungsphase. Dies ist eine Zeit in der sich Wesentlichkeitsfragen stellen, eine Zeit in der sich Männer in seltsame, gar bizarr anmutende Abenteuer stürzen. Das Austesten von Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit gehört dazu.
Auch Michael verspürt den Wunsch seinen Körper neu zu spüren und zu erfahren, er hat mit dem Boxen begonnen und wollte schon immer mal einen 100km-Walk durchführen. Da war für mich sofort klar, dass ich ihn begleite. Einen gemeinsamen Termin bei offiziellen Veranstaltungen fanden wir nicht, daher entschlossen wir uns, unseren eigenen Walk zu organisieren und der Arbeit unseres Verein KONFETTI IM KOPF zu widmen. Hier den Tag der Sommersonnenwende zu nutzen hat Symbolcharakter.

Therese: KONFETTI IM KOPF steht für ausgewöhnliche, bunte, lebensbejahende Aktionen. Seit neuestem seid ihr auch ziemlich sportlich unterwegs. Vor einigen Wochen habt ihr schon am St.Pauli Lauf gegen Rechts teilgenommen. Wie bereitet ihr euch auf solche sportlichen Veranstaltungen  vor?

Jörg: Der St. Pauli Lauf gegen Rechts war unsere sportliche Prämiere als KONFETTI-Team und eine wunderschöne Erfahrung. Immerhin ist es uns gelungen, dass der Gesamtvorstand sowie unserer Geschäftsführer gemeinsam die Stecke absolvierte.
Unsere Vorbereitung bestand aus einem gemeinsamen Lauf, um sich auf eine Team-Laufgeschwindigkeit zu einigen. Dies ist uns dann auch gut gelungen. Ansonsten findet die Vorbereitung derzeit sehr individuell statt. Meine Vorstandskollegin Kirsten Arthecker läuft regelmäßig an der Elbe, unser Geschäftsführer Nikolai Kreinhöfer trainiert eine Jugendmannschaft im Fussball, Michael Hagedorn konditioniert sich als „Rasender Reporter“ und ich trainiere regelmäßig für einen Frühjahrs- und einen Herbstmarathon. Uns allen hat das erste gemeinsame Rennen jedoch so gut gefallen, dass ich mir vorstellen könnte, dass wir demnächst gemeinsame Trainingszeiten haben.

Therese: In 24 Stunden wollt ihr 100km zurücklegen. Was nehmt ihr an Ausrüstung und Proviant mit, damit euch eure Füße bis das Ziel tragen?

Jörg: Wie singt Silbermond so schön „Denn es reist sich besser, mit leichtem Gepäck.“ Ich vermute, dass unsere Kameras das meiste Gewicht im Rucksack ausmachen werden. Ansonsten werden wir leichte, sportliche Kleidung sowie eine Rucksack mit Getränken und Riegeln tragen. Eine kleine Notfallapotheke inklusive Pflaster wird auch nicht fehlen.

Therese: Was wird das Erste sein, was ihr tun werdet, wenn ihr euer Ziel in Kiel erreicht habt?

Jörg: Die erste offene Kneipe ansteuern und ein kühles Bier trinken. Erst im Anschluss erfolgt ein Beitrag auf unserer Facebook-Seite.

Therese: Den Lauf macht ihr im Rahmen der Crowdfunding Kampagne für die KONFETTI Schülerbotschafter. Was ist das Besondere an den KONFETTI Schülerbotschaftern? Warum ist es aus deiner Sicht so wichtig schon Kinder und Jugendlich an das Thema Demenz zu heranzuführen?

Jörg: Demenz ist in vielen Familien ein Thema – plötzlich sind Oma und Opa nicht mehr so wie früher und vergessen auch schon mal z.B. den Namen der Enkelkinder. Damit die Krankheit ihnen keine Angst einjagt, ist es wichtig, den Kindern Demenz zu erklären. Mit diesem Wissen können sie die Verhaltensweise der demenziell veränderten Menschen besser verstehen und ihr eigenes Verhalten anpassen.

Wir erleben in unserer Arbeit, dass es Kindern und Jugendlichen häufig besser als Erwachsenen gelingt, sich auf Demente einzustellen und auf einer emotionalen Ebene mit diesen zu kommunizieren.

Im Projekt „KONFETTI-Schülerbotschafter“ erlernen Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren Wissen, verschiedene Methoden und Vorgehensweisen für einen würdevollen Umgang mit demenziell veränderten Menschen. Hierzu werden wir vorhandene Schulungsunterlagen altersgerecht aufbereiten. Anschließend ermöglichen wir den Schülern den Kontakt mit betroffenen Menschen im Alltag. Das eigene Erleben im geschützten und begleiteten Umfeld steht im Mittelpunkt dieser zweiten Phase. In den Nachbereitungstreffen können die Schüler ihre gesammelten Erfahrungen austauschen und ihr Wissen mit ihrer Familie, in ihrem Freundeskreis und in den Schulklassen weitertragen und noch mehr Menschen für da Thema Demenz zu öffnen. So werden sie zu Botschaftern.

Mit unserem Charity-Walk möchten wir zusätzliche Geldmittel sammeln, um diesen neuartigen Ansatz in verschiedenen Pilotprojekten zu evaluieren und im Anschluss im deutschsprachigen Raum zur Verfügung zu stellen.